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In der Hoffnung, besonders jüngeren Anhängern des Schachspiels einen erwünschten Nachweis geboten zu haben, vielleicht auch andere akademische Schachvereine zu veranlassen, sich mit uns als dem wohl allein akademisch constituirten akademischen Schachverein behufs näheren Anschlusses in Verbindung zu setzen, zeichne ich mit vollkommener Hochachtung

Ihr ergebenster

Heinrich von Woydt,
Leipzig,

stud. juris,
im Mai 1876.

d. Z. erster Präses.

Problem - Turnier des Westdeutschen Schachbundes.

Der Westdeutsche Schachbund hat beschlossen, mit seinem diesjährigen zehnten Congresse, welcher am

9ten, 10ten und 1lten September in Düsseldorf stattfinden wird, ein Lösungsturnier zu verbinden und die vorzulegende vierzügige Aufgabe auf dem Wege eines Preis - Ausschreibens zu beschaffen. Das Comité richtet desshalb an die Componisten von Schachaufgaben die Aufforderung, vierzügige Originalaufgaben in beliebiger Anzahl diagrammatisirt und mit ausführlicher Lösung begleitet, sowie mit dem Namen und der Adresse des Verfassers unterzeichnet

bis spätestens zum 20. August 1876 an ,Herrn Theobald Strauss in Düsseldorf" einzusenden, und sichert der besten Aufgabe einen Preis von 50 Mark zu. Zugleich behält das Comité sich vor, weitere Preise zu vergeben, wenn der Bestand der Casse dies gestattet und die Qualität der Aufgaben solches als geeignet erweist. Das Preisrichteramt ist den Herren J. Kohtz und C. Kockelkorn übergeben mit der Befugniss, nach freiem Ermessen andere competente Beurtheiler zu Rathe zu ziehen; die Namen der Concurrenten sowie die von denselben notirten Lösungen bleiben den Richtern bis nach abgegebenem Urtheile vorenthalten.

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Die eingesandten Aufgaben werden Eigenthum des Congresses und jeder Concurrent übernimmt die Verpflichtung, nach dem 20. August nicht ohne Erlaubniss der Preisrichter über die eingesandten Aufgaben zu verfügen.

Mit Rücksicht auf die sehr kurze Zeit, welche der Prüfung der Aufgaben zugemessen ist, wird gebeten, die Einsendungen möglichst zeitig vor Ablauf des Termins erfolgen zu lassen.

Das Comité.

Nachtra g.

Neuester Nachricht zufolge standen die Chancen der Hauptconcurrenten im New Yorker Turnier folgendermassen: Mackenzie 19+,5 - Hat noch je eine Partie mit Mr. Becker

und Mr. Mason zu spielen. Alberoni 19+, 7–. (Vgl. die Tabelle S. 219). Delmar 17 +, 7-. Hat noch zwei Spiele mit Mr. Brenzinger

zu machen. Bird 17"/, +, 742 – Hat noch eine Partie mit Mr. Ensor zu

spielen.

Mason 151, +, 74/2 Hat noch je eine Partie mit Mr. Mackenzie,

Mr. Becker und Mr. Roser zu machen.

Briefwechsel.

Hamburg (S. R. R.) Entschuldigen Sie den Irrthum derselbe lag sehr nahe!

Prag (K. K.) Wir haben Ihre Schreiben erhalten. Besten Dank!
Novska (Hptm. Sz.) Freundlichen Dank für Ihre neuerlichen Schreiben

h4 mit Beiträgen. Was den Vierer K anlangt, so scheitert nicht allein unsere

f4 Correctur, wie Sie richtig angeben, an 2...., Ke5, sondern leider auch die Ihrige. Bei Sas ist eine Nebenlösung mittelst 1. Sc6-b4 möglich.

Prag (J. 1.) Lösungen notirt. Desgleichen die neue Stellung des Vierzüglers.

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Berlin (A. L.) Erhalten, aber für dieses Heft leider zu spät.

Miskolcz (Br. H.) Lösungen notirt. Von den früher eingesendeten Aufgaben sind Nr. 1, 2 und 5 allzuleicht (letztere hat überdies eine schon sehr oft dagewesene Idee); Nr. 4 leidet an unreinen Matstellungen; Nr. 3 verwenden wir nächstens.

N. in N. Aufgaben mit Dank erhalten. Turnierbetheiligung wäre uns sehr angenehm.

Breslau (F. R.) Besten Dank für die Partien, die im nächsten Hefte Berücksichtigung finden sollen. Die Notiz im Briefwechsel war

zwar nicht an Sie gerichtet, konnte ja aber ebenso gut für Sie gelten!

Insterburg (W.), St. Petersburg (F. v. P.), Ansbach (Br. u. L.), Reichen (0.) Lösungen erhalten und angemerkt.

Wien (Dr. G.) Beiträge mit bestem Dank erhalten. Näheres sobald als möglich brieflich. Bis dahin freundlichen Gruss.

Trieplotz (B. v. G.-C.) Lösungen erhalten und notirt.

Mehreren Einsendern von Partien zur Nachricht, dass die ausländischen Turniere unseren Raum bisher zu stark in Anspruch nahmen. Wir denken im August- und Septemberheft die Rückstände zu erledigen. Friedeberg (Club). Vorstehende Notiz gilt auch für Sie.

Wir bitten, die Empfangsbestätigung zukünftig ausdrücklich zu wünschen. Andernfalls wird über Einsendungen, welche sich im Laufe der Zeit in nnseren Spalten von selbst erledigen, im Briefwechsel hinweggesehen.

Geschlossen am 17. Juni 1876.

Druck von Metzger & Wittig in Leipzig.

English Chess-Problems, edited by J. PIERCE and W. T. PIERCE.

London, Longmans, Green & Co. XVI und 683 Seiten gr. 80.

(Fortsetzung und Schluss.)

Mit 409 beginnt eine Serie von 11 Compositionen der Herausgeber. 410 und 411 von J. Pierce ziemlich originell und schwierig, jedoch nach formeller Seite nicht völlig befriedigend; Nr. 412 von Demselben schwach, 413 etwas besser, 414 „echt englisch“, 415 befriedigend. Nr. 416 von W. T. Pierce gut, 417 abscheulich (überdies unmögliche Stellung), 418 unästhetisch (3. S nimmt D+!), 419 desgleichen, 420 nur wenig besser. – Folgen fünf Positionen von C. E. Ranken, von denen man höchstens 421 und 423 als Kleinigkeiten passiren lassen kann; der Rest taugt nichts. Nr. 426 von Roll ist eine gute Aufgabe alten Styls, und es erscheint durchaus recht und billig, dass die Gebr. Pierce dieses Autors nicht ganz vergessen haben. In den Aufgaben von Slater, Spens und Thomas ist etwas besonders Gutes nicht zu finden, wohl aber einiges besonders Schlechte. Ein Beispiel: Nr. 438 von Thomas: Weiss. Ke8; Db7; Lh6; Se2; Ba5. Schwarz. Kd6; Le7; Bab, e4. 4durch 1. Le3, Ke6 (e5); 2 De74 (!!!); 3. Scl resp. g1; 4.

Nr. 440 von Townsend hat eine unmögliche Stellung. Unter Turton's Compositionen möchte ich Nr. 443 hervorheben, welche in ihrer einfachen Schönheit noch heutzutage allen Beifalls würdig ist, desgleichen verdient Nr. 444 Erwähnung als gutes Produkt des älteren Styls. Nr. 445 von Tyrrell schlecht; desgleichen die meisten Aufgaben von Watts (nur Nr. 447 ist tadellos). Nr. 450 von Wayte ist originell und trotz der Läufercaperung im Matzuge nicht zu verwerfen; Nr. 451 desselben Autors aber sehr hässlich, Nr. 452 endlich mittelmässig. Nr. 453—458: sechs Probleme von C. W. of Sunbury. Da wir unter diesen eine recht schwache Nummer (457: Weiss: Kal; Db1; Sf5,

XXXI.

15

g5; Bh3. Schwarz. Ke5; Be6, e7, h7; 4+ durch 1. De4t; 2. Sh6) nnd sogar auch ein hässliches Stück ( 456 mit dem Anzuge 1. D C. W. of Sunbury.

nimmt T) finden, so liegt der Verdacht nahe, dass hier von Seiten der Collectoren gesündigt worden ist, ein Verdacht, welcher sich auch bestätigt; denn es fehlt z. B. bei Pierce die nebenstehende Aufgabe White's aus dem Palamede-Turnier. Diese Auf

gabe ist schön und auch nicht gerade ए

allzuleicht.

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Weiss.

Die Positionen von Wormald bil

den den Schluss des dritten AbschnitMat in vier Zügen.

tes. Nr. 459 schwache Nachahmung 4 + durch 1. Ld4, Ke4; 2. Campbell'scher Idee; 460 und 461 gut. Dh77, K04:; 3. Dd3t, Ld3:; Letztere wäre ohne den fatalen Sf3 4. Se6.

sogar vorzüglich.

4. Abtheilung: 47 Probleme in fünf und mehr Zügen. Nr. 462-466 von Andrews. In Nr. 462 sehe ich keine Pointe; Nr. 463 ist originell und gut, Nr. 464 spielt sich leicht ab und lässt zwar nicht in der Matführung, wohl aber in der Matstellung die nöthige Schönheit vermissen. Nr. 465 ist sehr einfach, Nr. 466 endlich (in 7 Zügen) dermassen hässlich, dass man die Stellung nur das Zerrbild einer Schachaufgabe nennen kann. Man beliebe sich zu überzeugen: Weiss. Kal; Tb3, g4; La4, g7; Sd6; Ba3, d5, g3. Schw. Kg8; Dg2; Ta8, h8; Lc2; el; Sb8; Ba7, c3, e5, 16, h7. 7 durch 1. Lhot, Lg6; 2. Le8, Dd5:; 3. Lg6:, Ddlt; 4. Lblt, Dg4:; 5. La2, Deb; 6. Tb8t, Tb8:; 7. Leb:+. Finis coronat opus! Nr. 467 von Benbow passirt, 468 von Demselben taugt wenig, 469 von Demselben hat eine unmögliche Stellung. Folgen 3 Fünfzügler von Campbell. Nr. 470 (aus dem Londoner Turnier 1862, s. Schachztg. 1863 Nr. 1531) ist nicht nach deutschem Geschmacke. Campbell hat hier eine colossale Schwierigkeit erreicht, zwar nicht durch unästhetische Züge, wohl aber durch allzustarke Verletzung der Gesetze von der Matreinheit und Oekonomie der Mittel. Nr. 471 ist eine anerkennenswerthe Composition, Nr. 472 (s. Diagr. S. 227 oben) ein Meisterwerk ersten Ranges. Dieses Problem, die Perle des Era - Turniers,

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