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sait à la fin“) und Chocholouš (,, Allons enfants“) betheiligt. Besonders auffällig dürfte sein, dass Grosdemange, den man doch als Componisten vieler vortrefflicher Aufgaben kennt, diesmal eine so gänzlich werthlose Sendung zu Markte getragen hat.

Endlich ein Programm aus Philadelphia! Aber leider ein einseitiges, nichtssagendes. Das Comité spricht lediglich von den Forderungen, welche es an die Spieler stellt von den Preisen ist keine Rede. Unter solchen Umständen dürfte das seit Jahren besprochene „grosse" Turnier schwerlich einen „grossen“ Massstab annehmen sofern es überhaupt noch zu Stande kommt. Wir theilen nachstehend das Programm mit, unter dessen Paragraphen verschiedene sehr abschreckend sind:

1. Das Turnier beginnt am 15. August.

2. Alle Eintrittsgelder müssen bis zum 15. Juli an den Cassirer

gezahlt werden. [Nicht übel! Die Herren in Philadelphia scheinen der Pränumerando - Zahlungen sehr bedürftig zu sein.

Ausserdem erfährt man nicht, wer Cassirer ist. D. Red.] 3. Die Eintrittssumme beträgt 20 Dollars. Ausserdem sind

10 Dollars als Unterpfand dafür hinzuzufügen, dass der Concurrent alle Spiele auch wirklich führe. Verzichtet er vor Schluss des Turniers, so hat das Comité zu entscheiden, ob

ihm die 10 Dollars zurückgegeben werden sollen oder nicht. 4. Als Spielregeln gelten die in Staunton's Chess Praxis angege

benen. Alle Partien müssen in den vom Comité bestimmten

Räumlichkeiten gespielt werden. 5. Bedenkfrist: 12 Züge die Stunde. Die Controle geschieht durch

Sanduhren.

6. Jeder hat mit Jedem zwei Partien zu spielen. Remis zählt '/ 7. Spielzeit ist von Morgens 9 bis Mittags 1 Uhr, von Nachmit

tags 2 bis 6 Uhr, von Abends */,8 Uhr bis Mitternacht. Jeder dieser Zeitabschnitte wird mit dem Namen „Sitzung" bezeichnet.

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8. Jeder Spieler hat die Verpflichtung, binnen zwei Tagen wenig

stens drei Sitzungen mitzumachen.

9. Ist ein Spiel in weniger Zeit, als in einer Sitzung beendet, so

gilt für beide Concurrenten die Sitzung voll; sie haben dann

selbst zu entscheiden, ob sie weiter spielen wollen oder nicht. 10. In Streitfällen entscheidet das Comité.

11. Wer die meisten Partien gewonnen hat, ist erster Sieger etc.

[Natürlich! D. Red.] 12. Die einzelnen Matche sind in zwei aufeinander folgenden

Partien auszuspielen; über die Paarung mag das Loos entscheiden.

Das Comité:

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NB. Die Zahl und Höhe der Preise wird nicht eher festgestellt, als am 15. Juli, wann die Liste der Theilnehmer geschlossen ist. [Hiermit ist das Turnier für Ausländer wenigstens begraben. Die ersten Schachspieler Europa's sind keine Krösusse und können die Katze nicht im Sack kaufen, besonders da der Einsatz ein so hoher ist. Es lässt sich hier nach die Vermuthung nicht wohl zurückweisen, dass die Amerikaner auswärtige Betheiligung überhaupt nicht wünschen. Uebrigens war ein Zusammensturz der früheren stolzen Pläne zu erwarten, seitdem die Nachricht eingetroffen war, dass die American Chess Association sich aufgelöst habe und Gen. Congdon zurückgetreten sei. So hätte denn - leider! dieser ganze grosse Turnierplan bis jetzt nur Uebles gestiftet. Ob er auch noch etwas Gutes im Gefolge hat? D. Red.]

Ueber den Stand des Turniers im Café International in New York giebt die beifolgende Tabelle Aufschluss. Darnach ist nur noch zu bemerken, dass Mr. Richardson Berufsgeschäfte halber ausscheiden musste. Ob mit Mr. Parnell und Mr. Hind ein Gleiches der Fall war, wissen wir nicht; doch ist dies gleichgültig, da Beide dem Ausgang ihrer bisherigen Partien nach keine Preis-Chancen hatten.

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Mr. Alberoni ist unmittelbar nach Beendigung seiner Partien von New York abgereist, um sich nach Europa zu begeben. Wie es heisst, soll er einen Kabel- Match zwischen beiden Continenten arrangiren. Die „Westminster Papers“ bemerken nicht mit Unrecht, dass dieses Project auf eine fruchtlose Geldverschwendung hinauslaufen würde.

Die „Nuova Rivista“ erinnert daran, dass die Einsendungsfrist für ihr Problemturnier mit Juli d. J. abläuft. Wir fügen noch hinzu, dass mit dem 8. Juli auch der Schluss des Leipziger Ausschreibens eintritt. Das Preisrichteramt in diesem Turniere haben die Herren J. Koltz, C. Kockelkorn und Dr. C. Schwede übernommen.

In Schleswig hat sich ein Schachclub constituirt. Präsident desselben ist Herr Dr. Pollasch, Schriftführer Herr Referendar Heiberg.

In Dortmund besteht seit November 1875 gleichfalls ein Club, dessen M gliederzahl bereits auf 50 gestiegen ist. Der Verein spielt zur Zeit zwei Correspondenzpartien mit dem Schachclub in Witten. Der Vorstand desselben besteht aus den Herren Rechtsanwalt Möger (Präses), Justizrath Deckner (Vicepräses), Kaufm. Herprecht (Schriftführer) und Kaufm. Cohn (Cassirer). Wir verdanken diese Mittheilung Herrn Lehrer Kist, welcher kürzlich von Dortmund nach Köln übersiedelte.

Durch die Stadtpost erhalten wir nachstehendes Schreiben:

Einer wohllöblichen Redaction erlaubt sich der ergebenst Unterzeichnete im Auftrag des akademischen Schachvereins „Johannea“ zu Leipzig über denselben folgende Mittheilungen zukommen zu lassen.

Der genannte Verein, welcher seit dem Wintersemester 1873/74 auf hiesiger Universität besteht, stellte sich die Aufgabe, den Anfängern des Schachspiels, wie es solche unter den Studenten eine bedeutende Anzahl gab und giebt, einen Vereinigungspunkt zur Pflege desselben zu schaffen, ihnen daneben auch die Möglichkeit eines studentisch geselligen Verkehrs zu eröffnen. Von diesen beiden Gesichtspunkten aus gestaltete sich die äussere Organisation der „Johannea“ folgendermassen. Zur Ausbildung der Mitglieder im Schach

spiel wird jeden Mittwoch von 8-10 Uhr Abends im Vereinslokal ein „practischer Spielabend“ abgehalten, bei welchem streng auf Betheiligung sämmtlicher Mitglieder gehalten wird. Ausserdem werden täglich noch practische Partien nach Belieben gespielt, besonders auch das Vierschach cultivirt. Sodann findet Sonnabend von 7,8 bis /29 ein theoretischer Schachabend statt, an welchem an Hand des Leitfadens von v. d. Lasa die Theorie der Eröffnungen und Endspiele vorgetragen wird. Die Leitung dieser Schachabende liegt dem ersten Chargirten ob. Ueberdies sucht der Verein durch verschiedene Correspondenzpartien, wie er solche mit den akademischen Schachvereinen in Tübingen und Aachen und mit dem Giessener Schachverein angeknüpft hat, das Interesse am edlen Spiele munter zu erhalten.

Zur Erreichung seines anderen Zwecks, der studentischen Geselligkeit, dient vor allem der Kneipabend, welcher sich dem Schachabend am Sonnabend anschliesst. Demselben folgt am andern Tage die officielle „Frühkneipe“. Dass auch ausserdem viel „geknippen“ wird, bedarf wohl keiner weiteren Erwähnung. Ausserdem besuchen die Mitglieder täglich den Fechtboden, um auch auf diesem Gebiete des Studententhums, wie es schon vielfach geschehen, sofort bereit zu sein. Der zweite Chargirte hat zumeist die Sorge für dieses Gebiet. Die jüngeren Mitglieder werden vom Fuchsmajor über die nothwendigen Begriffe des Studentenlebens belehrt.

Nach aussen hin repräsentirt der Verein durch 3 farbigen Bierknoten violett-weiss-gold – und die in Leipzig übliche Vereinskopfbedeckung, einfarbige Mütze violetter Sammt. Wie sich derselbe seit seinem Bestehen lebhafter Betheiligung von Seiten der Studentenschaft zu erfreuen hatte, so auch in diesem Semester, in welchem er aus 12 activen Mitgliedern, worunter 5 Neueingetretene, 6 inactiven zur Zeit besteht. Das Vereinslokal befindet sich Schletterstrasse 4 Restaurant Claus, steht den Mitgliedern ebenso wie Garten zur alleinigen Benutzung immer zur Verfügung und wird von denselben sowohl Mittags wie Abends benutzt. Ausserdem steht der Verein in freundschaftlicher Beziehung zur „Augustea“, indem es den Mitgliedern gütigst gestattet worden ist, deren-Schachabende zu besuchen. Auch sind Vereinsmitglieder in dieselbe eingetreten und wird sich eine Anzahl derselben auch an dem bald stattfindenden „Mitteldeutschen Schachcongress“ betheiligen.

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