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wird wohl Niemand das Spiel versuchen können. Schachfreunde, welche sich für die Sache interessiren, mögen sich an den Autor selbst wenden (Manteuffelstr. 53).

Notiz.

Zu unserem Bedauern mussten Raummangels wegen die Lösungen noch einmal zurückgelegt werden. Wir haben jedoch Anstalt getroffen, im letzten Vierteljahr das Versäumte nachzuholen.

D. Red.

Briefwechsel.

Cornelimünster (E. P.) Besten Dank für die uns via Cöln übermittelten Beiträge, welche im nächsten Hefte Berücksichtigung finden werden.

Exeter (J. de S.) Thankfully received.

St. Gallen (A. O.) Probleme mit Dank erhalten, Die Nr. 10 war früher wegen Doppelzugs im Hauptspiele ad acta gelegt worden. Mit dem Endspiel V. im Bilguer 5. Aufl. S. 522 haben Sie Recht. Es kann viel einfacher gleich 7. De5+ geschehen.

Mautern (L. K.) Ihre Aufgabensendung verpflichtet uns zu vielem Danke. Natürlich gehört die Kraft zunächst dem Vaterlande.

Ummendorf b. Eisleben (T. E.) Die Fortsetzung der Correspondenzpartie zwischen dem Club und dem Arbeiterbildungsverein in Hamburg ist uns nicht zugestellt worden; wir mussten desshalb auf fernere Publikation der Züge naturgemäss verzichten.

Hermannstadt (Dr. Mysz). Mit Dank erhalten. Näheres in der October

nummer.

Berlin (E. P.) Desgleichen.

Prag (K. K.) Desgleichen. Für diesmal konnten wir des hiesigen Problemturniers wegen zur Prüfung anderer Aufgaben keine Zeit finden.

Berlin (H. D., acad. Club). Derlei Publicationen sind schon oft in der Schachztg. erfolgt. In diesem Jahre möchten wir die Sache noch nicht wieder in Angriff nehmen.

Hamburg (S. R. R.) Partie und fatale Nebenlösung dankend erhalten.

Berlin (A. L.) Wir haben Ihr Buch zurückgesendet; zur Beurtheilung desselben im Detail halten wir uns nicht für competent. Takes Bishop“ bedeutet: Nimmt den Läufer. Mit dem Problem in 15 Z. S. 101 dieses Jahrg.

haben Sie nicht Recht; der Lh5 ist ganz richtig. In Nr. 4019 muss natürlich cl der König sein.

Hamburg (C.) Wir bitten noch um vier Wochen Geduld, da es uns gegenwärtig sehr stark an Musse mangelt.

Topusko (G. Sz.) Dankend erhalten (zwei Schreiben).

Stettin (G. G.), Insterburg (W.), Ansbach (Br. 11. L.), Moskau (N. 0.), Prenzlau (E. F.), Basel (R. u. A. K.), Lüben (E. V.), Bunzlau (Dr. R.) Lösungen resp. Aufgaben erhalten.

Abschied

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Nachdem der Unterzeichnete seit dem Jahre 1865, mit alleiniger Ausnahme der Monate Juli 1867 bis September 1868, die Leitung der Schachzeitung innegehabt hat, wird es ihm einigermassen schwer, der ihm liebgewordenen Beschäftigung, welcher er so viele Freunde und Freuden verdankt, voraussichtlich auf immer entsagen zu müssen. Ernste Berufsgeschäfte nehmen seine Zeit vollauf in Anspruch und gestatten ihm nur selten einige Stunden der Schachmusse.

Herr Dr. Constantin Schwede, unsern Lesern bereits wohlbekannt als tüchtiger Problemcomponist und theoretisch wie praktisch geschulter Kämpe, hat seit dem Mai 1872 der Hauptsache nach schon an der Spitze des Organes gestanden und wird die Redactionsgeschäfte nunmehr unter seinem eigenen Namen fortverwalten. Glück auf!

JOHANNES MINCKWITZ.

Geschlossen am 20. August 1876.

Druck von Motz ger & Wittig in Leipzig.

Zur Problemkunde.

Von E. Pauls.

VII. Gleichzeitigkeit von Drohungs- und Tempozug.

Das Decemberheft des vorigen und das erste Heft dieses Jahres brachten aus der Feder Lehner's über Drohung und Zugzwang eine Reihe recht interessanter Zusammenstellungen, deren durchgängige Richtigkeit wohl kaum anzufechten ist. In einem Punkte scheint indess der verdiente Herr Verfasser das Richtige nicht getroffen zu haben, da die Thesis, dass ein Zug zugleich Drohungs- und Tempozug sein könne, einer genauen Untersuchung gegenüber schwerlich Stich hält. Ich gestatte mir zunächst Herrn Lehner selbst reden zu lassen. Es heisst 1875 S. 361: a) Ein Zug ist ein Drohungszug, wenn er unmittelbar eine Position

herbeiführt, in welcher die nun zum Zuge kommende Gegenpartei, falls sie auf ihren nächsten Gegenzug verzichtete, innerhalb der in der Forderung bezeichneten Zügeanzahl und trotz der besten Wahl ihrer eventuell noch folgenden Vertheidigung, mat

gesetzt werden könnte. Ferner 1875, S. 367: b) Ein Zug ist ein Tempozug, wenn er unmittelbar eine Position

herbeiführt, in welcher die nun zum Gegenzug kommende Gegenpartei in Folge jeder ihrer Bewegungen und trotz der besten Wahl der eventuell noch folgenden Vertheidīgung in einer sonst nicht möglichen Weise innerhalb der in der Forderung bezeich

neten Zügeanzahl matgesetzt werden kann. 1876, S. 22 und 23 werden 2 Positionen gegeben, deren erste c) Weiss: König c5, Thurm a4-d4;

Schwarz: König b8, Bauer c7 ein Mat in 2 Zügen illustrirt, während

XXXI.

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d) Weiss: König f5, Dame 47, Läufer el, Springer d2, Bauer d3;

Schwarz: König c5, Läufer gl eine dreizügige Aufgabe ist.

In diesen beiden Problemen werden die Züge 1) Kc5-c6 resp. 1) Dd7-b7 als Züge erklärt, die zugleich Drohungs- und Tempo

züge seien.

Bei c drohe nach c5-c6 der Thurm 04-08 , c5-c6 sei indess auch ein Tempozug, da die faktisch eintretende Matsetzung a4-a8 nur desshalb möglich sei, weil Schwarz im nächsten Zuge zum Ziehen gezwungen sei.

Ad d so drohe nach 1) Dd7-b7; 2) Sd2--13 nebst 3) Lel-g3+. Da indess diese Drohung nie zur Ausführung kommen könne, weil jeder Gegenzug resp. Zug des Schwarzen die Ausführung der Drohung unmöglich mache, so sei d7-b7 Drohungs- und Tempozug zugleich.

Soweit Herr Lehner. Bei näherem Eingehen auf die Definitionen a und b ergiebt sich, dass Drohung und Tempo denselben Zweck haben, den Gegner innerhalb der in der Forderung bezeichneten Zügeanzahl mat zu setzen. Zweck und Erfolg sind also allgemeine Faktoren, aber die Mittel zum Zwecke gehen diametral auseinander. a) Der Erfolg der Drohung ist unabhängig von der bestehen

den Zugpflicht des Nachziehenden. b) Der Erfolg des Tempo ist abhängig von der bestehenden

Zugpflicht des Nachziehenden.

Unabhängig und abhängig sind hier nicht parallel, sondern direct entgegengesetzte Begriffe (+ und —) da durch sie der einzige Unterschied zwischen Drohung und Tempo bezeichnet wird. Es ist somit nach den Gesetzen der Logik undenkbar, dass plus und minus zugleich Attribute eines Zuges sein könnten und eine Analyse der Positionen c und d dürfte dies nur bestätigen. Bei c droht Kc5-c6 ein Mat im nächsten Zuge und dieses Mat würde auch dann zu Stande kommen, wenn der schwarze König seiner Zugpflicht entbunden wird. Die Aufgabe ist also eine Drohungsaufgabe mit dem Zwecke eines Mats in zwei Zügen. Dass dieser Zweck nach der Drohung durch Tempo-Manoeuvre auf einem etwas abweichenden Wege erreicht wird, kann nur als nebensächliches, accessorisches Moment betrachtet werden. Es ändert dies den Charakter der Drohung ebenso wenig, als der Charakter eines mehrzügigen Problems dadurch alterirt wird, dass es in Nebenvarianten eine abgekürzte Matführung gestattet.

Was von Position c gilt, kann auch mutato nomine von d gesagt werden, wo 1) Dd7-b7 nicht Drohungs- und Tempozug zugleich, sondern nur Drohungszug ist.

Im praktischen Leben mangelt es nicht an Fällen, deren Beweisführung eine scheinbar richtige, thatsächlich aber unrichtige ist. Bekannt ist der heitere Zahlenscherz, mittelst dessen sich auf Grund der beiden Wurzeln in einer quadratischen Gleichung vom zweiten Grade auf recht verführerische Weise beweisen lässt, dass zwei beliebige Zahlen einander gleich seien. Praktischer und mehr aus dem Leben gegriffen ist der Hinweis auf active und passive VermögensObjecte. A ist Schuldner von B und C, tritt dagegen E, F, G etc. gegenüber als Gläubiger auf. Scheinbar und in gewissem Sinne wirklich gerirt also A gleichzeitig mit Activen und Passiven, thatsächlich aber kann sein Besitzthum nur ein actives oder nur ein passives sein, je nachdem das plus oder minus überwiegt. *

Aehnlich geht es der Lehner'schen Theorie der Gleichzeitigkeit im Drohungs- und Tempozug; in Wirklichkeit kann ein Zug entweder nur Drohungs- oder nur Tempozug sein.

VIII. Doppelzug (Double coup –

dual move).

In den ältesten Zeiten der Problemkunst fasste man den Begriff Problem im weitesten Sinne auf. Man schuf theils kinderleichte, theils bizarre und phantastische Aufgaben, deren Stellungen und Forderungen wir heute belächeln, obschon wir sie zuweilen nicht ganz enträthseln können. v. der Linde's klassisches Werk über die Geschichte des Schachspiels widmet dem Problemschach des Mittelalters im ersten Bande ein langes Kapitel und hebt mit Recht hervor, dass die Mehrzahl der alten Aufgaben keinen inneren Kunstwerth, sondern nur den Werth historischer Urkunden habe. Indess die Zeit hat wie mit einer Wurfschaufel die Tenne gefegt. Nicht blos das Mittelalter, sondern selbst das 18. Jahrhundert und die erste Hälfte des neunzehnten haben verhältnissmässig nur äusserst wenige Compositionen aufzuweisen, welche den neuesten Anforderungen gegenüber stichhaltig sind. Es existirte allerdings keine Akademie der Schachwissenschaft, welche die Anforderangen an gute Aufgaben in Rahmen gebracht

*

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Der fast undenkbare Fall, dass ein Besitzthum genau selbstverständlich hier nicht eingeschlossen,

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