Franz Grillparzers Lebensgeschichte

Framsida
J. G. Cotta, 1884 - 177 sidor
 

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Sida 47 - Grillparzer war nicht hübsch zu nennen, aber eine schlanke Gestalt von mehr als Mittelgröße, schöne blaue Augen, die über die blassen Züge den Ausdruck von Geistestiefe und Güte verbreiteten und eine Fülle von dunkelblonden Locken machten ihn zu einer Erscheinung, die man gewiß nicht so leicht vergaß, wenn man auch ihren Namen nicht kannte, wenn auch der Reichtum eines höchstgebildeten Geistes und eines edlen Gemüts sich nicht so deutlich in allem, was er tat und sprach, gezeigt hätte.
Sida 68 - Ich glaube bemerkt zu haben, daß ich in der Geliebten nur das Bild liebe, das sich meine Phantasie von ihr gemacht hat, so daß mir das Wirkliche zu einem Kunstgebilde wird, das mich durch seine Übereinstimmung mit meinen Gedanken entzückt, bei der kleinsten Abweichung aber nur um so heftiger zurückstößt.
Sida 67 - Aber ich habe nie eine Neigung betrogen, die ich hervorgerufen hätte. Vielmehr näherte ich mich nie einem Weibe, das nicht vorher sich mir genähert. Damit kann ich mich trösten und damit, daß ich nie durch fremden Schmerz mein eigenes Wohlbesinden zu erkaufen gesucht habe, und auch nichts erkauft habe als eigenen, nur veränderten Schmerz.
Sida 71 - ... was mich in diesen kläglichen Zustand versetzt hat. Grillenhaft beobachtet, sage ich, denn es war kein eigentlich tugendhafter Entschluß, er war erzeugt durch ein vielleicht bloß ästhetisches, künstlerisches Wohlgefallen an des Mädchens Reinheit, was mich zurückhielt, das zu tun, wozu alle Gefühle und Gedanken mich beinahe unwiderstehlich hintrieben. So kämpfte ich mich ab gegen die fast immerwährende Aufregung, und der schwüle Odem, der aus meinem Wesen auf die Unschuldsvolle hinüberging,...
Sida 62 - Nach so langer Zeit wieder einmal die Feder zur Hand. Getan nichts, gedacht nichts; fast hätte ich gesagt, noch weniger, denn wahrlich, ich bin auf dem Punkte, etwas tun zu können, ohne zu denken. Die Fixierung der Gedanken ist mir in manchen Perioden eine so unsägliche Pein, daß ich mich um alles in der Welt nicht dazu entschließen kann.
Sida 38 - Ein Charakter, der Sammelplatz glühender Leidenschaften, über die aber eine erworbene Ruhe, die schöne Frucht höherer Geistesbildung, das Zepter führt, bis die angeschmiedeten Sklaven die Ketten brechen und dastehen und Wut schnauben, schien mir für meine Absicht ganz geeignet.
Sida 68 - ... die eigentlich am wenigsten für mich passen: zu denen nämlich von entschiedenen Charakterzügen, die meinem Hang zu psychologischer Forschung und dem stoffumbildenden Dichtersinne in der Idee die meiste Nahrung geben, auf der anderen Seite aber durch ihr Sprödes und Abgeschlossenes im Wirklichen jedes Zusammenschmelzen nur noch unmöglicher machen.
Sida 93 - Hier sitz ich unter Faszikeln dicht, Ihr glaubt : verdrossen und einsam — Und doch vielleicht, das glaubt ihr nicht, Mit den ewigen Göttern gemeinsam.
Sida 67 - So war es bei mir auch immer mit dem, was andere Leute Liebe nennen. Von dem Augenblicke an, als der teilnehmende Gegenstand nicht mehr haarscharf in die Umrisse passen wollte, die ich bei der ersten Annäherung voraussetzend gezogen hatte, warf ihn auch mein Gefühl als ein Fremdartiges so unwiderruflich aus, daß meine eigenen Bemühungen, mich nur in einiger Stellung zu erhalten, verlorene Mühe waren.
Sida 71 - Das Mädchen ist durch Liebe und Achtung lenksam bis zur Willenlosigkeit, aber gleich darauf wieder die größte Rechthaberin von der Welt, und solange die Aufregung dauert, nicht imstande, zu schweigen oder den Streit liegen zu lassen, wenn es auch alles gälte, was zu erhalten sie sonst das Übermenschliche tut und duldet. Warum mußte dieses Wesen in meine Hände geraten oder je darauf verfallen, sich gleich auf gleich mir gegenüberzustellen!

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